Archiv für den Autor: satyasingh

Familienzeit

Auf dem Camp wird Familenzeit groß geschrieben. Geschlafen wird im Haus Erde. Und wenn das voll ist, im Zelt. Die Nächte sind hier noch so klar und ruhig, wie wir es als Städter gar nicht mehr kennen. Sterne sind zu sehen, die Eule im Wald gibt ihre Signale und früh morgens singen die Vögel und geben uns das Gefühl, weit ab der Zivilisation zu sein.

Kinder-Spielzeit

Das Gelände mit seinem weitläufigen Park und seiner Umgebung hat für jeden etwas zu bieten. Ob im Wald bei der Eule, auf der Wiese mit anderen oder an einem der Seen, Platz ist für alle.

Die Kinder bewegen sich frei auf dem Gelände. Es gibt überall etwas zu entdecken und zu finden.

Abends ist Spielezeit. Alle spielen zusammen auf dem Trainingsfeld und üben.

Geschicklichkeitsspiele mit den Kindern

Geschicklichkeitsspiele mit den Kindern

Bogenschiessen

Ein äußerst beliebter Bestandteil des Yoga- Familien- und Gatkacamps ist das Bogenschießen, genauer gesagt, intuitives Bogenschießen. Die Grundlage basiert auf der Hand-Augen-Koordination – einfach ausgedrückt: Die Augen sehen und das Gehirn steuert unbewusst die Hand in die korrekte Position, um das Ziel zu treffen. Diese Hand-Augen-Koordination kennen wir aus dem Alltag, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Das Einschlagen eines Nagels mit einem Hammer beruht auf demselben Prinzip.

Intuitives Bogenschiessen auf dem Gatka Camp

Thies lehrt uns diese Fähigkeit und zeigt auf, wie wir unser Gehirn durch häufige Schußwiederholungen programmieren. Wirft man z.B. einen Tennisball auf einen drei Meter entfernten Gegenstand, so ist die Trefferquote bei den ersten Würfen vermutlich sehr gering und steigt mit der Anzahl der Wiederholungen, bei denen sowohl der Ball als auch die Entfernung zum Ziel gleich bleiben. Ändert man anschließend die Entfernung zum Ziel und behält die restlichen Parameter bei, wird eine ähnliche Entwicklung stattfinden. Mit der Häufigkeit der Wiederholungen wird dann auch die Lernkurve bei sich ändernden Zielentfernungen steiler, so dass es nach einer gewissen Zeit des Trainings unerheblich ist, in welcher Entfernung sich das Ziel befindet. Wir treffen schließlich den heiß begehrten Luftballon…

Luftballon-Ziel auch für die Kleinsten

Freizeit

Die Umgebung des Finkenwerder Hofs lädt zu Ausflügen, Spiel, Sport und Spass ein.

Schwimmen an einem der nahegelgenen Seen

Das Team vom Finkenwerder Hof bietet seinen Gäste zahlreiche Freizeitspass- Möglichkeiten

  • Tischtennisplatte mit allem, was man zum Spielen braucht
  • großes Trampolin
  • Federballspiele
  • Fahrräder
  • Fußball – Bälle und zwei Tore
  • Boote – Kanu und Ruderboot
  • Schwimmen in den nahe gelegenen Seen – Karten vor Ort

Gatka

Die altindische Kampfkust Gatka bildet neben Shastar Vidya den zweiten Schwerpunkt auf dem Camp. Es basiert auf dem Grundprinzip Verstand, Körper und Geist zu harmonisieren. Die meisten Sikhs waren ursprünglich Bauern, die in der Lage sein mußten, sich mit einfachen Gegenständen, auch aus dem Alltag, zu verteidigen.

Die Grundlage für Gatka war die indische Kampfkunst Shastar Vidyaa (Shastar = Waffe, Vidyaa = Essenz/Kunst). Die Ursprünge reichen 7000 Jahre zurück. Shasta Vidyaa entwickelte sich ebenfalls aus den altindischen Traditionen wie Ayurveda oder – Yoga. Gatka ist eine der 64 Künste der alten vedischen Kultur- und Philosophietradition. Anders als bei verwandten Kampfkünsten hat Gatka einen starken Bezug auf den weiblichen Teil in uns (Chandi), dessen Kraft und Geschicklichkeit fast tänzerisch in anmutigen, fließenden Bewegungen zum Ausdruck kommt

Die Sikhs waren für ihre Kampfkunst bekannt. Sie verbanden Gatka mit spirituellen Praktiken. Trainiert werden beim Gatka Gleichgewicht, Rhythmus, Atmung und Meditation. Rechtshänder werden links geschult und umgekehrt – der Ausgleich der Gehirnhälften. Wer Gatka regelmäßig übt, erhält einen ausdauernden und beweglichen Körper und einen Geist, der auf das Hier und Jetzt fokussiert ist.

Allen Teilnehmern werden pro vollem Trainingstag mehrere Übungseinheiten angeboten. Als Beginner lernst du den essentiellen Grundschritt. Das Pendra, auf dem später die weiteren Schritt und Bewegungsabläufe aufbauen. Das Pendra balanciert Deine Körperhälften und hilft, Dich zu fokussieren.

Das Pentra ist der Einstieg, Meditation und Fokussierung in jedes Gatka Training

Nach dem Grundschritt werden schnell Marathis und Sothis (Stöcke) hinzugenommen. Hände, Arme und Beine werden absolut aufeinander eingestimmt und koordiniert. Jeder Körperteil hat seine eigene Bewegung. Sie alle werden gleichzeitig ausgeführt und erfordern Übung, Geduld und Konzentration. Mit jeder Trainingseinheit, jedem Tag erzielen unsere Teilnehmer große Fortschritte.

Gatka Training – hier die 9 Hits mit 2 Stöcken

Die fortgeschritten Teilnehmer gehen bereits individuell auf ihre Fähigkeiten ein und bauen mit dem Training gezielt darauf auf. In Einzelsessions oder in der Gruppe werden neue Techniken dazu gelernt oder alte verfeinert. Der Übergang zu Shastar Vidya ist hier fließend. Gatka und Shastar Vidya sind Shakti Yoga.

Shastar Vidya Free Style

Yoga

Auf dem Gatka Camp spielt natürlich Yoga eine zentrale Rolle. Früh morgens bei Sonnenaufgang bieten wir Euch bereits die Möglichkeit am Sadhna teilzunehmen. Diese ambrosischen Stunden eignen sich am Besten für Yoga und den Tagesbeginn. Wir praktizieren das Sadhna in der Tradition von Kundalini Yoga. Anschließend gesellen sich die Teilnehmer zu den anderen und geniessen frische Mandeln Chai.

Yoga auf dem Gatka Camp

Nun zu Shakti Yoga. Es ist der Prozess, in dem das zentrale Nervensystem in eine Frequenz von 2,5 Zyklen gebracht wird. Man nennt das “Kal Darshan“ (Die Macht des Augenblicks). Das ist der Moment, bevor der Gegener zum Angriff ansetzt. Alle Sinne sind genauso vollkommen aktiviert, wie jeder Nerv im Körper – volle Shakti Power, fokussiert auf einen einzigen Punkt. Wir praktizieren Shakti Yoga in Form von Gatka. Shakti Yoga ist das absolute Gegenteil von Bhakti Yoga (Yoga der Hingabe).

Das Camp wird durch die Gemeinschaft getragen. Jeder übernimmt eine Aufgabe und dient damit allen. Dieses selbstlose dienen wird in der vedischen Tradition Seva genannt. Zu den Seva-Diensten gehören u.a. Gemüse schneiden, Müllsäcke wegtragen, Essen austeilen oder die Töpfe waschen. Dieses Handeln wird auch Karma Yoga genannt.

Preis + Leistung

Das  Gatkacamp ist für alle offen. Die Preise sind gestaffelt nach Alter. Die Anreise zum Camp organisieren die Teilnehmer eigenständig.

Kosten:

Preise Gatka Camp 2015

Preise Gatka Camp 2015

Was du dafür erhältst

  • ntensives Gatka und Shastar Vidiya Kampfkunst-Training
  • Frühstück und eine warme vegetarische, Mahlzeiten am Tag
  • Übernachtung im Mehrbettzimmer ( Camping möglich wenn das Haus ausgebucht ist )
  • Tägliches Sadhana ( Kundalini Yoga )
  • Tägliches Powerwalking
  • Intuitives Bogenschießen

Anmeldung & Info

  1. (Pflichtfeld)
  2. (gültige E-Mailadresse)
  3. Captcha
 

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Shastar Vidya

Shastar Vidya (auch Shastar Vidyaa, Shastar= Waffe, Vidya= Wissen, Lehre, Wissenschaft) ist Teil der großen vedischen Tradion, die fast zehntausend Jahre zurückreicht. Yoga, Meditation, ayurvedische Medizin haben ebenfalls diese gleichen Wurzeln. Shastar Vidya ist die gesamte Kriegswissenschaft, vom Kampf Mann gegen Mann bis zur Strategie auf dem Schlachtfeld. Zusammen mit dem Buddhismus wurde sie in den Osten gebracht und wurde die Grundlage für die chinesische und japanische Kampfkunsttradition.

Shastar Vidya – Übungskampf

Es gibt keinen Autor oder anerkannten Lehrer, der diese Kriegskunst ursprünglich entwickelte, obwohl es in ihrer langen Geschichte viele große Meister gab. Der früheste war Krishna Maharaja. Man glaubt, er habe alle 16 Prinzipien des Vidyaa beherrscht. Die Mahabharata, die epische Geschichte eines Konfliktes in der vedischen Zeit, enthält zahlreiche Beschreibungen Krishnas und seines Könnens auf dem Schlachtfeld. Sie enthält den ersten bekannten Hinweis auf Shastar Vidyaa. Auch in der klassischen indischen Geschichte gibt es Persönlichkeiten. So wurde Ram Chander als Meister anerkannt, ebenso wie die Rajput Könige.

Rajputs und Guru Gobind Singh
Die Rajputs hatten um ihr Wissen von Shastar Vidyaa eine ganze Kultur entwickelt, die Jahrhunderte dauerte. Zu dem Zeitpunkt jedoch, als die Muslime in Indien einmarschiert waren, bestand ihre einstige stolze Kriegertradition nur noch aus Dogmen und Ritualen. Während dieser Zeit fand ein sehr wichtiges Ereignis statt. 52 der letzten noch übrigen Prinzen aus Rajastan wurden von den Muslimen gefangengenommen. Im verzweifelten Versuch, sie zu befreien, wandte man sich an Sikh Guru Gobind Singh aus dem Punjab um Hilfe. Er hatte viele Gefechte mit den Muslimen gehabt und hatte begonnen, seine eigene Armee aufzustellen. Guru Hargobind konnte die Prinzen befreien. Aus Dankbarkeit lehrten die Rajputs ihn und seine Armee Shastar Vidyaa.

Der zehnte spirituelle Meister der Sikhs, Guru Gobind Singh, setzte das Vidyaa in die Praxis um. Er schuf die Grundlagen des Sikh Dharma, indem er die spirituelle Tradition, die durch die neun aufeinander folgenden Sikh Gurus an ihn weitergegeben worden war, mit dem Wissen verband, das im Shastar Vidyaa enthalten war. Vor Guru Gobind Singh hatten die Sikhs ein einziges Heiliges Buch, das Adi Granth. Diesem fügte er zwei weitere Granths hinzu, das Sarab Lo Granth und das Dhasam Granth, die die Kriegstradition des Vidyaa enthalten. Die Verbindung dieser spirituellen und weltlichen Kräfte verkörperte sich in den Elitekriegern, den Nihangs. Durch die Stärke ihres Dharmas vertrieben die Nihangs schließlich die Muslime und Mogule aus Indien und schlossen Indiens Nordgrenze dauerhaft gegen Überfälle.

Ranjit Singh war ein König der Sikhs, der viele Jahre im Punjab regierte. Obwohl er ein kleiner und unbeholfener Mann war, warb er einige der dynamischsten Sikh-Krieger an, die es je gab und bildete sie aus. Seine Kampfkraft war so stark, dass er und seine mutigen Singhs die landhungrigen Briten bei ihrer Eroberung Indiens aufhielten. Trotz aller Mittel, die den Briten zur Verfügung standen, zogen sie es vor, keinen Einmarsch in den Punjab zu versuchen, solange Ranjit König war.

Shastar Vidyaa und die britische Kolonialzeit
Stattdessen ließen sie das Weltreich von innen zusammenbrechen. Traurigerweise war es durch den Reichtum und Wohlstand des Sikh Königreichs zugrunde gerichtet worden. Betrug, Mord und Verschwörung mit den Briten nach dem Tod des Ranjit hatten das einstige große Reich innerhalb von Tagen zu Asche gemacht. Die Briten brauchten nie einen Schuss abfeuern, um die Kontrolle über die Reichtümer des Punjab zu erlangen.

Selbst als der Punjab praktisch von den Briten versklavt war, stellten die Sikhs immer noch eine gefährliche Macht dar. Wieder infiltrierten die Briten die Sikhs, statt eine direkte Konfrontation und dadurch einen heiligen Krieg zu riskieren. Sie wollten Sikh Dharma zu einen Zweig des Christentums machen und damit die Sikhs für immer befrieden. Um den Dharma zu untergraben, wurden religiöse und politische Sikh Parteien geschaffen, die von den Briten kontrolliert wurden. Die beiden von Guru Gobind Singh verfassten Granths, die die Triade des Dharma bildeten, wurden aus den Tempeln entfernt. Sie wurden durch Tischorgeln, bekannt als Harmonium, ersetzt, um dem Sikh Gottesdienst eine christliche Stimmung zu verleihen. Jegliche Waffen wurden im Punjab verboten unter Androhung von lebenslangem Gefängnis und von Konfiszierung des Landes.

Die Akali Nihang Singhs schützten den Glauben seit der Zeit des Guru Gobind Singh. Nur sie besaßen das vollständige Wissen über die ursprünglichen Traditionen des Vidyaa und über die Geschichte des Sikh Dharma. Sobald dies die Briten erkannt hatten, wurden sie verfolgt und getötet. Bei ihrem Versuch, den Sikhismus zu vernichten, wurden mehr als 1500 dieser großartigen Krieger abgeschlachtet. Um das Dharma zu bewahren, wurden die klügsten Lehrer weggeschickt, um sich im Wald und den Dörfern des Punjab zu verstecken. Sie hatten die Aufgabe, in ihrem Leben fünf Schüler zu finden, um das Dharma an sie weiterzugeben.

Shastar Vidya heute
Heute ist Shastar Vidyaa in Indien praktisch vergessen. Von dieser einst großartigen Kunst ist nur eine Handvoll geeigneter Lehrer übrig, und von diesen sind viele jedoch zu alt um zu unterrichten. Und es gibt wenig Schüler, die gewillt sind, sich dem langen und schmerzlichen Prozess zu auszusetzen, den es braucht, um diese Wissenschaft zu beherrschen. Überreste von Shastar Vidyaa können in Nordindien als Gatka und im Süden in Kalaripayattu gefunden werden. Beides sind vereinfachte zeremonielle Versionen des Shastar Vidyaa, die bei religiösen Feiern und Sportereignissen verwendet werden.