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Vidya – Wissenschaft

Wahe Guru Ji Ka Khalsa !

Wahe Guru Ji Ki Fateh !

(Gruß, Einführungs-Mantra)

Vidya

Das Wort “Vidyaa” bedeutet wissenschaftliche Disziplin. Rag Vidyaa zum Beispiel ist die Wissenschaft vom Rhythmus. Aus Rag Vidyaa kommen hunderte von “Ragas” oder Rhythmusmuster, die in der indischen klassischen Musik verwendet werden. Es ist das vollständige Wissen, das dem Menschen zur Verfügung steht über die Wirkungen des Rhythmus auf das Bewusstsein. Ein Musikstück ist nichts wert ohne das passende Raga, um genau die richtige Stimmung zu schaffen. Es gibt Menschen, die ihr ganzes Leben damit verbracht haben, diese Wissenschaft zu meistern. In den drei heiligen Sikh-Büchern werden über 300 Ragas erwähnt. Rad Vidyaa ist ein gutes Beispiel für die Tiefe und Weite des Wissens, das die vedische Tradition ausmacht.

Über die Quelle der Vedas wird seit vielen Jahren diskutiert. Mit Hilfe moderner Technik hat sich diese Diskussion heute jedoch beruhigt. Um 1850 entdeckte ein deutscher Archäologe namens Max Müller das, von dem er glaubte, dass es der Beweis für eine dramatische Veränderung in der indischen Kultur um 600 A.D. war. Dieses Datum setzt er an für die “vedische Periode”. Es ist auch das Datum, das für die Massenabwanderung der Menschen in Indien angesetzt wird. Müller war überzeugt, dass dies aufgrund einer Invasion einer überlegenen Rasse von Osteuropäern geschah, die er “Arier” nannte. Während der britischen Besatzung Indiens wurde die Theorie der arischen Invasion in die indische Geschichte aufgenommen. Die Briten fühlten sich psychologisch und moralisch im Recht mit dem Konzept, dass alle Weisheit in Indien von weißen Menschen stammte.

Das Wort “Arier” in Sanskrit (Arya) bedeutet ungefähr das, was das englische Wort “Gentlemen” bedeutet. Es hat nichts mit der Sprache, der Rasse oder Kultur zu tun. Es gibt Hinweise in einigen der ältesten vedischen Texte auf eine versunkene Stadt vor der Küste von Gujarat und einen geheimnisvollen verschwundenen Fluss Saraswati. Durch die Verwendung von Satellitenbildern wurden beide wiederentdeckt. Archäologische Datierungen wurden in der versunkenen Stadt Darwan und entlang der ausgelöschten Saraswati gemacht. Diese datieren die Gelände um 4000 v.Chr., was die vedische Periode tausende Jahre früher ansetzt als Müller annahm. Anders als die Ägypter und Römer oder die Griechen, hinterließen die Arier keine Spuren ihrer Existenz, außer in Indien. Die Auswanderung, die Müller aufdeckte, fand wahrscheinlich aufgrund von klimatischen Veränderungen statt, die den großen Saraswati langsam austrocknen ließen und das Volk des Indus dazu brachte auszuwandern. Die moderne Archäologie entdeckte möglicherweise den Beweis für Stämme von wandernden nomadischen Hirten, die wegen Osteuropa kamen. Sie hatten keine Kultur, keine Schriftsprache und keine eindeutige Geschichte. Bei ihnen handelt es sich wahrscheinlich um Müllers Arier.

Eine andere Bedeutung von Vidyaa ist “lebendige Wissenschaft”. Damit ist gemeint, dass die Vidyaa, was immer sie ist, auf das alltägliche Leben von alltäglichen Menschen angewendet werden kann. Es ist ein “Lifestyle”. Das berühmte Heilsystem Ayurveda ist ein gutes Beispiel. Die traditionelle indische Küche basiert nicht nur auf Ernährung, sondern auch auf heilenden Eigenschaften. Es gibt hunderte von “Masalas” oder Gewürzmischungen, die in der indischen Küche verwendet werden. Sie werden nicht nur wegen ihres Geschmacks ausgewählt, sondern auch wegen der Art von Energie, die sie im Körper hervorrufen. Die gleichen Masalas kann man in Getränken, Massageölen, Marmeladen, Räucherstäbchen finden. Wenn alle diese Aspekte auf einen bestimmten Zustand konzentriert werden können, ist die Wirkung gewaltig.

Shastra Vidyaa (Shastar Vidya), die Wissenschaft vom Kampf, ist eine lebendige Wissenschaft und kann von alltäglichen Menschen auf das alltägliche Leben angewandt werden. Genau wie Yoga und Meditation in früheren Zeiten häufig in Indien ausgeübt wurden, wurde auch Shastra Vidyaa praktiziert. Die Eigenschaften eines vornehmen Kriegers wurden als notwendig angesehen für ein erfolgreiches Leben. Guru Hargobind legte dies für die Sikhs durch die Vorstellung des Heiligen/Soldaten fest. Selbst heute noch ist dies weiterhin ein verbreitetes Thema im Sikhismus.