Kategorie-Archiv: Campleben

Bogenschiessen

Ein äußerst beliebter Bestandteil des Yoga- Familien- und Gatkacamps ist das Bogenschießen, genauer gesagt, intuitives Bogenschießen. Die Grundlage basiert auf der Hand-Augen-Koordination – einfach ausgedrückt: Die Augen sehen und das Gehirn steuert unbewusst die Hand in die korrekte Position, um das Ziel zu treffen. Diese Hand-Augen-Koordination kennen wir aus dem Alltag, ohne dass wir uns dessen bewusst sind. Das Einschlagen eines Nagels mit einem Hammer beruht auf demselben Prinzip.

Intuitives Bogenschiessen auf dem Gatka Camp

Thies lehrt uns diese Fähigkeit und zeigt auf, wie wir unser Gehirn durch häufige Schußwiederholungen programmieren. Wirft man z.B. einen Tennisball auf einen drei Meter entfernten Gegenstand, so ist die Trefferquote bei den ersten Würfen vermutlich sehr gering und steigt mit der Anzahl der Wiederholungen, bei denen sowohl der Ball als auch die Entfernung zum Ziel gleich bleiben. Ändert man anschließend die Entfernung zum Ziel und behält die restlichen Parameter bei, wird eine ähnliche Entwicklung stattfinden. Mit der Häufigkeit der Wiederholungen wird dann auch die Lernkurve bei sich ändernden Zielentfernungen steiler, so dass es nach einer gewissen Zeit des Trainings unerheblich ist, in welcher Entfernung sich das Ziel befindet. Wir treffen schließlich den heiß begehrten Luftballon…

Luftballon-Ziel auch für die Kleinsten

Gatka

Die altindische Kampfkust Gatka bildet neben Shastar Vidya den zweiten Schwerpunkt auf dem Camp. Es basiert auf dem Grundprinzip Verstand, Körper und Geist zu harmonisieren. Die meisten Sikhs waren ursprünglich Bauern, die in der Lage sein mußten, sich mit einfachen Gegenständen, auch aus dem Alltag, zu verteidigen.

Die Grundlage für Gatka war die indische Kampfkunst Shastar Vidyaa (Shastar = Waffe, Vidyaa = Essenz/Kunst). Die Ursprünge reichen 7000 Jahre zurück. Shasta Vidyaa entwickelte sich ebenfalls aus den altindischen Traditionen wie Ayurveda oder – Yoga. Gatka ist eine der 64 Künste der alten vedischen Kultur- und Philosophietradition. Anders als bei verwandten Kampfkünsten hat Gatka einen starken Bezug auf den weiblichen Teil in uns (Chandi), dessen Kraft und Geschicklichkeit fast tänzerisch in anmutigen, fließenden Bewegungen zum Ausdruck kommt

Die Sikhs waren für ihre Kampfkunst bekannt. Sie verbanden Gatka mit spirituellen Praktiken. Trainiert werden beim Gatka Gleichgewicht, Rhythmus, Atmung und Meditation. Rechtshänder werden links geschult und umgekehrt – der Ausgleich der Gehirnhälften. Wer Gatka regelmäßig übt, erhält einen ausdauernden und beweglichen Körper und einen Geist, der auf das Hier und Jetzt fokussiert ist.

Allen Teilnehmern werden pro vollem Trainingstag mehrere Übungseinheiten angeboten. Als Beginner lernst du den essentiellen Grundschritt. Das Pendra, auf dem später die weiteren Schritt und Bewegungsabläufe aufbauen. Das Pendra balanciert Deine Körperhälften und hilft, Dich zu fokussieren.

Das Pentra ist der Einstieg, Meditation und Fokussierung in jedes Gatka Training

Nach dem Grundschritt werden schnell Marathis und Sothis (Stöcke) hinzugenommen. Hände, Arme und Beine werden absolut aufeinander eingestimmt und koordiniert. Jeder Körperteil hat seine eigene Bewegung. Sie alle werden gleichzeitig ausgeführt und erfordern Übung, Geduld und Konzentration. Mit jeder Trainingseinheit, jedem Tag erzielen unsere Teilnehmer große Fortschritte.

Gatka Training – hier die 9 Hits mit 2 Stöcken

Die fortgeschritten Teilnehmer gehen bereits individuell auf ihre Fähigkeiten ein und bauen mit dem Training gezielt darauf auf. In Einzelsessions oder in der Gruppe werden neue Techniken dazu gelernt oder alte verfeinert. Der Übergang zu Shastar Vidya ist hier fließend. Gatka und Shastar Vidya sind Shakti Yoga.

Shastar Vidya Free Style

Yoga

Auf dem Gatka Camp spielt natürlich Yoga eine zentrale Rolle. Früh morgens bei Sonnenaufgang bieten wir Euch bereits die Möglichkeit am Sadhna teilzunehmen. Diese ambrosischen Stunden eignen sich am Besten für Yoga und den Tagesbeginn. Wir praktizieren das Sadhna in der Tradition von Kundalini Yoga. Anschließend gesellen sich die Teilnehmer zu den anderen und geniessen frische Mandeln Chai.

Yoga auf dem Gatka Camp

Nun zu Shakti Yoga. Es ist der Prozess, in dem das zentrale Nervensystem in eine Frequenz von 2,5 Zyklen gebracht wird. Man nennt das “Kal Darshan“ (Die Macht des Augenblicks). Das ist der Moment, bevor der Gegener zum Angriff ansetzt. Alle Sinne sind genauso vollkommen aktiviert, wie jeder Nerv im Körper – volle Shakti Power, fokussiert auf einen einzigen Punkt. Wir praktizieren Shakti Yoga in Form von Gatka. Shakti Yoga ist das absolute Gegenteil von Bhakti Yoga (Yoga der Hingabe).

Das Camp wird durch die Gemeinschaft getragen. Jeder übernimmt eine Aufgabe und dient damit allen. Dieses selbstlose dienen wird in der vedischen Tradition Seva genannt. Zu den Seva-Diensten gehören u.a. Gemüse schneiden, Müllsäcke wegtragen, Essen austeilen oder die Töpfe waschen. Dieses Handeln wird auch Karma Yoga genannt.