Waffenbeispiele

Im Folgenden eine kurze Darstellung der Waffen im Gatka und Shastar Vidya:

Barcha
auch: Barchi, der Speer

Eine lange, spitze Waffe zum Stoßen und Schneiden. Die Speerspitzen könnten auch verwendet werden für Greifversuche oder um dem Gegner das Schild zu entreißen. Am anderen Ende ist auch eine kleine Spitze.

Chakra

auch: Chakram, Chacra, Chacar

Wurfscheibe

Es handelt sich um einen flachen Stahlring von ungefähr 12 bis 30 Zentimetern Durchmesser. Er ist zwischen einem und drei Zentimetern breit und das äußere Ende ist scharf. Die Scheibe ist normalerweise flach, manchmal auch kunstvoll eingelegt. Mehrere in verschiedenen Größen wurden oft auf einem spitzen Turban, dem dastar ungaa oder hinter dem Rücken getragen. Der Werfende steht seinem Ziel direkt gegenüber, er nimmt die Chakra zwischen Daumen und ersten Finger der rechten Hand und hält sie tief unten auf seiner linken Seite. Er dreht dann seinen Körper, so dass die rechte Schulter so weit wie möglich nach vorne kommt und wirft heimlich mit vollem Schwung seines Körpers. Wenn sie mit genug Kraft und Genauigkeit geworfen wird, kann sie einen grünen Bambus mit einem Durchmesser von einem halben Zentimeter aus einer Entfernung von 28 Metern abschneiden.

Siehe auch: Chakkar bei SikhWiki

Dahl
Schild

Es ist fast immer rund und kann einen Umfang von ca. 18 Zentimetern bis zu 70 Zentimetern haben. Manche sind fast flach, andere stark nach außen gebogen. Die Ränder können flach oder zurück gedreht sein in die umgekehrte Wölbung des Schilds. Es wird von zwei Griffen gehalten, die an Ringschrauben befestigt sind, die durch das Schild hindurchgehen und außen an den Knauf genietet sind, manchmal zu Spitzen geformt.

Zwischen den Griffen ist ein viereckiges Polster, gegen das die Knöchel gestützt werden können. Die Griffe sind so angebracht, dass sie bei einem festen Griff die Rückseiten der Finger gegen das Polster zwingen und so einen sehr festen und bequemen Halt geben. Diese Schilder sind fast immer aus Stahl oder Leder.

Gurj
auch: Keule

Bei indischen Keulen gibt es zahlreiche verschiedene Formen. Von einfach gebogenen Stahlstäben bis zu persisch beeinflussten Keulen mit Öffnungen an der Spitze, durch die beim Schwingen ein pfeifender Ton entsteht . Oft haben sie verdeckte Schwertgriffe wie das Khanda.

Kaman

Die meisten Bögen sind zusammengesetzt. Manche sind aus Stahl mit einem Holzblock an den Griffen. Sie haben die Form von zusammengesetzten Bögen und stoßen zurück, wenn sie gespannt werden. Andere sind aus bis zu neun Schichten Holz oder Horn.

Katar
auch: Coutar, Katha, Koutha, Kutha, Kutar

Rüstungen durchdringender Dolch

Das älteste und typischste indische Messer. Das Besondere ist der Griff, der aus zwei parallelen Stäben besteht, die mit zwei oder mehr Kreuzstücken verbunden sind, von denen sich eines am Ende der Seitenstäbe befindet und an der Klinge befestigt ist. Der Katar wird an die Hand gebunden um den Griff zu optimieren. Die Klingen sind immer doppelschneidig und im allgemeinen gerade, manchmal auch gebogen. Es gibt sie in allen Längen, von wenigen Zentimetern bis zu einem Meter. Besonders von den Mahrattas wurden europäische Klingen des 16. und 17. Jahrhunderts oft verwendet. Katars mit Originalklingen sind oft an der Spitze verdickt um sie für den Gebrauch gegen Rüstungen zu verstärken. Wenn europäische Klingen gebraucht werden , sind sie immer an die Herausragungen der Griffe genietet. Die einheimischen Klingen sind oft in einem Stück geschmiedet. Die Klingen sind manchmal an der Spitze geteilt und es gibt sogar drei Klingen. Die indischen Waffenschmiede machten manchmal Katars, die hohl waren und die als Hülle für kleinere dienten; oder mit drei Klingen, die zusammengefaltet werden konnten, so dass sie wie eine aussahen, bis die Griffe zusammengedrückt wurden und sie sich öffneten.

Khanda
auch: Khanda (zweischneidiges Schwert)

Das älteste und typischste der indischen Schwerter. Es besitzt eine breite, gerade Klinge, die sich normalerweise zur Spitze hin verbreitert. Die Spitze ist gewöhnlich ziemlich stumpf. Manchmal ist sie zweischneidig, es hat jedoch im allgemeinen auf einem beträchtlichen Teil seiner Länge eine verstärkende Platte mit Zierrändern auf der Rückseite. Der Griff besitzt eine breite schützende Platte und einen breiten Fingerschutz, der an den großen, runden und flachen Knauf angefügt ist. Auf dem Knauf ist eine Spitze, die als Schutz für den Arm und als Griff für die linke Hand dient, wenn ein Hieb mit zwei Händen ausgeführt wird. Er wird auch als Handstütze verwendet, wenn das Schwert ummantelt ist. Das Innere des Schutzes und des Fingerschutzes sind gepolstert.

Khanda ist auch ein anderes Wort für das Adi Shakti symbol.

Kirpan
auch: Kirphan (Dagger)

Das typischste Messer. Normalerweise hat es eine gebogene Klinge und sollte von jedem Sikh getragen werden. Durch die besonderen verwendeten Techniken wird diese Waffe besonders gefährlich. Das Wort „Kirpan“ hat zwei Wurzeln – die erste Wurzel „Kirpa“ bedeutet „Erbarmen, Gnade, Mitgefühl, Güte“ und die zweite Wurzel „Aan“ wiederum heißt „Ehre, Gnade, Würde“. Zusammen bedeutet das Wort also „die Würde und Ehre von Mitgefühl, Güte und Gnade“.

siehe auch: Kirpan at SikhWiki

Lathi
(Quaterstaff)

„Je schwerer die Zeiten, desto länger die Lathis“. Diese Waffe ist fast überall erhältlich und sehr gefährlich, wenn sie richtig benutzt wird. Lathis sollten so lang wie der Krieger sein. Das bevorzugte Material ist Eisenholz oder Eiche.

Marati
(Trainingsgerät/Hilfsmittel)

Das Marati ist ein Stock aus Bambus oder Rattan mit Holz- oder Stoffbällen am Ende. Er wird hauptsächlich zu Trainingszwecken verwendet, es gibt jedoch auch Varianten mit Klingen oder brennendem Tuch an seinen Enden, um Elefanten anzugreifen oder abzulenken und für psychologische Kriegsführung.

Sothi
auch: Soti, Gakta Sothi (Trainingsgerät/Hilfsmittel)

Das Soti ist aus feuergehärtetem Bambus oder Rattan hergestellt, ca. ein Meter lang und hat normalerweise einen Handschutz. Er wird hauptsächlich zum Üben und „Gatka spielen“ benutzt, den Übungskampf. Für den Kampf wurden sie durch Eichen- oder Eisenholzstöcke ohne Handschutz ersetzt.

Tabar
auch: Tapar (Kampfaxt)

Die gewöhnliche Axt oder Hacke des zivilen Lebens wurde zunächst als Waffe verwendet, bald wurden aber besondere Exemplare für den Kampf entwickelt. Kriegsbeile hatten alle Größen, leichten Waffen bis zu schweren Stabäxten, die den Gebrauch beider Hände erforderten. Die indischen Äxte sind im allgemeinen leichter als die europäischen und ihr Griff ist oft aus einer flachen Stahlplatte mit Holzstücken, die an jede Seite genietet sind. Gelegentlich ist ein Dolch im Griff versteckt und manchmal ragt ein scharfkantiger Haken an einer Seite heraus. Kombinationen aus Äxten und Pistolen waren ziemlich normal in Indien, dabei ist oft der Lauf der Pistole der Griff der Axt.

Talwar
auch: Tulwar, Tulwaur, Tarwar (Säbel)

Der indische Säbel, Klassenname. Zu ihm gehören praktisch alle gebogenen Schwerter, die in Indien verwendet werden. Diejenigen jedoch, die eine sehr ausgeprägte Krümmung haben, werden häufig mit ihrem persischen Namen bezeichnet, shamshir. Der Talwar ist das bekannteste Schwert in Indien und die Schneiden variieren sehr, was Größe, Krümmung und Qualität betrifft. Die Schwertgriffe haben kurze, schwere Stacheln und Scheibenknäufe. Manche haben Fingerschutz, manche nicht, manche sogar drei. Verschiedene andere Schwertgriffformen werden ebenso verwendet. Die Nihangs sind genauso sorgfältig im Umgang und nehmen genauso viel Mühe auf sich, um sie in Ordnung zu halten, wie die japanischen Samurai. Ein bekanntes Sprichwort sagt, dass eine wirklich verwerfliche Tat so „schändlich ist wie ein stumpfes Schwert.“ „Dies ist Sikh Kavallerie, die keine Stahlschwertscheide kennt, sondern nur Lederfutterale, in denen die Schwerter nicht stumpf und glanzlos werden, sondern bereit bleiben, wie es viele tiefe und grausige Schnitte an Sepoy Leichen bezeugen können“. (Majendie)

Tir

(Pfeil)

Die indischen Pfeile haben Stahlspitzen mit vielen verschiedenen Formen, mit Stielen, die in die Schäfte passen, die im allgemeinen aus Schilf sind. Die Pfeile sind oft bemalt und kunstvoll vergoldet. Die Pfeile haben drei Federn und Knochen- oder Elfenbeinnocken.